Die Festplatten Geschwindigkeit testen – das klingt nach Technik für Spezialisten. Ist es aber nicht. Wer wissen will, ob sein PC wirklich so schnell ist, wie er sein könnte, kommt an diesem Schritt nicht vorbei. Nach 25 Jahren IT-Erfahrung kann ich sagen: Mehr als die Hälfte aller trägen Windows-Systeme hat keine Virus-Probleme, keine Speicher-Engpässe – sondern einfach eine Festplatte, die unter ihren Möglichkeiten arbeitet.

Moderne M.2 NVMe SSDs schaffen sequentielle Lesegeschwindigkeiten von 3.000 bis über 7.000 MB/s. Eine klassische HDD kommt auf 80 bis 160 MB/s. Der Unterschied im Alltag ist enorm – und Sie merken es sofort beim Windows-Start, beim Öffnen von Programmen, beim Kopieren großer Dateien. Getestet auf Windows 11 24H2 und Windows 10 22H2, Mai 2026.

Das Beste: Windows bringt alle nötigen Werkzeuge für einen Festplatten-Benchmark bereits mit. Sie benötigen für den ersten Test keine Software herunterzuladen.

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Methode 1: Festplatten Geschwindigkeit testen mit WinSAT (PowerShell/CMD)

WinSAT (Windows System Assessment Tool) ist Microsofts eingebautes Bewertungswerkzeug – und damit die schnellste Methode, die Festplatten Geschwindigkeit testen zu können, ohne etwas zu installieren. Der Befehl läuft in PowerShell und der klassischen Eingabeaufforderung gleichermaßen.

Lesegeschwindigkeit messen

Öffnen Sie PowerShell mit Administratorrechten: Rechtsklick auf das Windows-Symbol → Windows PowerShell (Administrator) oder Terminal (Administrator) unter Windows 11. Dann diesen Befehl eingeben:

winsat disk -seq -read -drive C

Das C ersetzen Sie durch den Buchstaben des Laufwerks, das Sie testen möchten – also D, E oder auch einen externen Datenträger. Nach wenigen Sekunden erscheint das Ergebnis unter Disk Sequential: der erste Wert ist die tatsächliche Geschwindigkeit in MB/s, der zweite eine Bewertung von 1 bis 10.

Schreibgeschwindigkeit ermitteln

Für die Schreibgeschwindigkeit tauschen Sie lediglich -read gegen -write aus:

winsat disk -seq -write -drive C

Wichtig: Dieser Test schreibt temporäre Daten auf die Festplatte und löscht sie danach wieder. Auf einer SSD ist das kein Problem – bei einer alten HDD mit wenig freiem Speicher sollten Sie kurz prüfen, ob genug Platz vorhanden ist.

Zufallszugriff messen (Random-Test)

Sequentielle Geschwindigkeiten klingen gut in der Werbung – aber im Alltag liest Windows ständig kleine, verstreute Dateien. Der Random-Test ist realistischer:

winsat disk -ran -read -drive C

Bei HDDs fällt dieser Wert deutlich niedriger aus als der sequentielle Test. Das ist normal – mechanische Festplatten müssen den Lesekopf physisch bewegen. Eine SSD hingegen zeigt beim Random-Test kaum Einbußen, weil sie keinen beweglichen Arm hat.

festplatten geschwindigkeit anzeigen

Typische Richtwerte – was ist eine gute Festplattengeschwindigkeit?

Bevor Sie Ihr Ergebnis einordnen: Diese Werte gelten als Orientierung unter realen Bedingungen – Herstellerangaben werden unter Laborbedingungen ermittelt und fast nie vollständig erreicht.

LaufwerkstypLesen (sequentiell)Schreiben (sequentiell)Random 4K
HDD (7.200 RPM, SATA)80–160 MB/s80–140 MB/s0,5–2 MB/s
SATA SSD500–560 MB/s450–530 MB/s40–100 MB/s
M.2 NVMe (PCIe 3.0)2.000–3.500 MB/s1.500–3.000 MB/s200–500 MB/s
M.2 NVMe (PCIe 4.0)5.000–7.300 MB/s4.500–6.800 MB/s500–900 MB/s

Liegt Ihre gemessene Geschwindigkeit deutlich unter diesen Werten – zum Beispiel eine SATA-SSD mit nur 200 MB/s –, könnte das auf einen falschen SATA-Port, einen defekten Treiber oder ein Kapazitätsproblem hinweisen. In meiner Erfahrung ist ein veralteter Festplatten-Controller-Treiber häufig schuld, wenn SSDs nur halbe Leistung bringen.

Methode 2: Festplatten Geschwindigkeit testen mit dem Task-Manager

Der Windows Task-Manager zeigt die Festplattengeschwindigkeit in Echtzeit – ideal, um zu prüfen, was während eines laufenden Kopiervorgangs oder bei trägen System-Starts wirklich passiert. Kein Befehl, kein Administrator-Modus nötig.

  • Rechtsklick auf die Taskleiste → Task-Manager öffnen (oder Strg + Umschalt + Esc)
  • Tab Leistung auswählen
  • Im linken Bereich das gewünschte Laufwerk anklicken
  • Rechts sehen Sie Lese- und Schreibgeschwindigkeit in Echtzeit sowie die Auslastung in Prozent

Der Nachteil dieser Methode: Sie liefert nur Momentaufnahmen, keinen reproduzierbaren Benchmark. Wenn Sie den Task-Manager öffnen, während nichts aktiv auf die Platte zugreift, sehen Sie null MB/s – das sagt nichts über die maximale Geschwindigkeit aus. Für einen echten Belastungstest brauchen Sie WinSAT oder ein Drittanbieter-Tool.

Task Manager Festplattengeschwindigkeit Echtzeit Windows 11

Methode 3: CrystalDiskMark – der Standard-Benchmark für Festplatten

Wer es genau wissen will, greift zu CrystalDiskMark. Das kostenlose Tool ist der De-facto-Standard für Festplatten-Benchmarks – von Hardwaretestern, Forenbeiträgen und Herstellervergleichen. Der Grund: Es misst nicht nur sequentiell, sondern auch 4K-Zufallszugriffe mit verschiedenen Queue-Tiefen. Das ist der Wert, der im Alltag wirklich zählt.

Mein persönlicher Favorit für jeden Festplatten-Test – ich verwende es seit Jahren für alle Benchmarks auf meinen Test-Systemen.

  • CrystalDiskMark von der offiziellen Seite herunterladen und installieren
  • Laufwerk oben rechts auswählen
  • Auf All klicken – der Test läuft automatisch durch alle Szenarien
  • Ergebnisse: SEQ1M (sequentiell große Dateien), RND4K (zufällige kleine Dateien, entscheidend für Windows-Boot)

Ein häufiger Denkfehler: Eine SSD mit 3.500 MB/s sequentiell, aber nur 30 MB/s bei 4K RND fühlt sich beim Windows-Start trotzdem träge an. 4K Random ist der entscheidende Wert für das Systemgefühl – nicht die Gigabyte-Zahlen auf der Verpackung.

Festplatten Geschwindigkeit testen mit crystaldiskmark
CrystalDiskMark Geschwindigkeit testen

Methode 4: WinSAT Volltest – alle Laufwerke auf einmal

Wenn Sie alle angeschlossenen Laufwerke in einem Durchgang testen wollen, bietet WinSAT auch einen Gesamttest. Öffnen Sie PowerShell als Administrator und geben Sie ein:

winsat disk

Windows testet dann alle verfügbaren Laufwerke nacheinander und speichert die Ergebnisse in C:\Windows\Performance\WinSAT\DataStore\ als XML-Datei. Nützlich für Systemdokumentationen oder wenn Sie mehrere Laufwerke vergleichen möchten, ohne für jedes den Befehl einzeln einzugeben.

Festplatten Geschwindigkeit testen – Problemdiagnose

Was tun, wenn die gemessene Geschwindigkeit deutlich unter dem Richtwert liegt? Diese Ursachen sind am häufigsten:

  • Falscher SATA-Port: SATA-SSDs am SATA-2-Anschluss statt SATA-3 schaffen maximal 300 MB/s – obwohl die SSD 550 MB/s kann. Schauen Sie im Mainboard-Handbuch, welche Ports SATA-3 sind.
  • Veralteter Treiber: Besonders bei NVMe-SSDs nach einem Windows-Neuinstallation häufig. Den aktuellen Treiber vom Mainboard-Hersteller holen, nicht auf den Microsoft-Standardtreiber verlassen.
  • Laufwerk fast voll: SSDs verlieren bei über 80 % Auslastung spürbar an Geschwindigkeit. Ursache: weniger freier Speicher für den internen Cache-Algorithmus.
  • Windows-Indizierung aktiv: Wenn der Indexierungsdienst gerade läuft, sinkt die gemessene Geschwindigkeit kurzfristig. Test lieber wiederholen, wenn das System im Leerlauf ist.
  • HDD stark fragmentiert: HDDs (nicht SSDs!) profitieren von regelmäßiger Defragmentierung. Windows erledigt das automatisch – aber nur wenn die geplante Wartung nicht deaktiviert wurde.

Liegt die Geschwindigkeit trotz allem weit unter den Richtwerten, könnte die Festplatte schlicht am Ende ihrer Lebensdauer sein. SSD langsam unter Windows 11 – dort finden Sie gezielte Lösungen für jeden Geschwindigkeitsverlust.

FAQ

Wie teste ich die Festplattengeschwindigkeit unter Windows ohne Software?

Öffnen Sie PowerShell als Administrator und geben Sie „winsat disk -seq -read -drive C“ ein. Ersetzen Sie C durch Ihren Laufwerksbuchstaben. Das Ergebnis erscheint unter Disk Sequential und zeigt die Lesegeschwindigkeit in MB/s sowie eine Bewertung von 1 bis 10.

Was ist eine gute Festplattengeschwindigkeit unter Windows?

Eine SATA-SSD sollte 500–560 MB/s beim sequenziellen Lesen erreichen. Eine HDD liegt typischerweise bei 80–160 MB/s. NVMe-SSDs mit PCIe 4.0 erreichen über 5000 MB/s. Liegt Ihr Wert deutlich darunter, könnte ein falscher Anschluss, ein veralteter Treiber oder ein zu voll belegtes Laufwerk die Ursache sein.

Kann ich mit CrystalDiskMark auch externe Festplatten testen?

Ja. CrystalDiskMark erkennt alle unter Windows eingebundenen Laufwerke – also auch externe HDDs und SSDs per USB oder Thunderbolt. Einfach das gewünschte Laufwerk oben rechts im Programm auswählen und den Test starten.

Warum ist meine neue SSD langsamer als die Herstellerangabe?

Herstellerangaben werden unter Laborbedingungen ermittelt und sind selten im Alltag erreichbar. Häufige Ursachen für niedrigere Werte: falscher M.2-Slot (PCIe 3.0 statt 4.0), fehlender NVMe-Treiber, Laufwerk über 80 % gefüllt oder Windows-Hintergrunddienste, die während des Tests aktiv sind.

Was bedeutet der 4K-Wert bei CrystalDiskMark?

Der 4K-RND-Wert misst die Geschwindigkeit beim zufälligen Lesen und Schreiben vieler kleiner Dateien – genau das, was Windows beim Start und bei Programmaufrufen macht. Ein hoher 4K-Wert fühlt sich im Alltag schneller an als ein hoher sequenzieller Wert, der nur bei großen Datei-Kopieroperationen relevant ist.

Fazit

Die Festplatten Geschwindigkeit testen ist mit Windows-Bordmitteln in unter zwei Minuten erledigt – kein Download, kein Aufwand. Für den schnellen Check reicht winsat disk -seq -read -drive C in PowerShell völlig aus. Wer es genauer wissen will oder verschiedene Testszenarien vergleichen möchte, ist mit CrystalDiskMark besser bedient. Das Tool ist kostenlos, liefert reproduzierbare Ergebnisse und ist in der Community der Standard.

Was ich in der Praxis immer wieder erlebe: Viele Windows-Nutzer kaufen eine schnelle SSD – und messen dann nach der Installation nie nach, ob sie die versprochene Leistung auch wirklich liefert. Lohnt sich. Ich hatte schon neue NVMe-SSDs, die durch einen falschen M.2-Slot nur PCIe-2.0-Geschwindigkeit gebracht haben. Ein kurzer Test hätte das sofort aufgedeckt.

Haben Sie eine Festplatte, die trotz aller Maßnahmen langsam bleibt? Die besten SSD-Festplatten im Vergleich – dort finden Sie aktuelle Empfehlungen für jeden Anwendungsfall und jedes Budget. Oder schauen Sie direkt bei Festplatte partitionieren mit Diskpart, wenn es ums Einrichten eines neuen Laufwerks geht.

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Ich bin Vangelis, Windows-Experte und Gründer von WindowsPower.de. Seit 2013 hilft er über 500.000 Nutzern bei Windows-Problemen mit 25+ Jahren IT-Erfahrung. Stetig arbeiten wir daran, Lösungsvorschläge für alle möglichen Windows-Probleme zu bieten.