Windows 11 Werbung deaktivieren gehört für mich zu den ersten Aufgaben nach jeder Neuinstallation – noch vor dem ersten Treiber-Update. Microsoft nennt die Einblendungen offiziell „Empfehlungen“, „Tipps“ oder „Vorschläge“, gemeint ist damit in den meisten Fällen schlicht Eigenwerbung für OneDrive, Microsoft 365 oder Edge. Für diesen Artikel habe ich ein frisches Windows 11 25H2 auf meinem Testrechner installiert und systematisch jede einzelne Werbe-Quelle im System durchgeklickt, dokumentiert und wieder eingeschaltet, um zu prüfen, was tatsächlich verschwindet. Das Ergebnis: Es gibt zehn Stellen im System, an denen Microsoft Werbung platziert – und mindestens zwei davon kennt kaum jemand.

Was zeigt Windows 11 als Werbung an – und wie verbreitet ist das Problem?

Als Werbung gelten in Windows 11 alle Einblendungen, die Microsoft als „Tipps“, „Vorschläge“ oder „Empfehlungen“ bezeichnet, tatsächlich aber Eigenwerbung für hauseigene Dienste transportieren. Das betrifft das Startmenü, den Sperrbildschirm, die Einstellungs-App, den Datei-Explorer und sogar das Suchfeld in der Taskleiste.

Laut Statcounter lag der Marktanteil von Windows 11 in Deutschland im Mai 2026 bei 75,56 Prozent aller Desktop-Systeme. Weltweit hatte Microsoft bereits Anfang 2026 verkündet, dass Windows 11 die Marke von einer Milliarde aktiven Geräten überschritten hat. Das bedeutet: Das hier beschriebene Werbe-Problem betrifft nicht eine Nische, sondern den überwiegenden Teil aller Windows-Nutzer weltweit.

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Bevor Sie loslegen: Nicht jede Einblendung kann abgeschaltet werden. Werbung, die aus installierten Apps oder Webseiten kommt, ist nicht Teil dieser Anleitung – hier geht es ausschließlich um die systemeigene Werbung von Microsoft.

Windows 11 Werbung deaktivieren: Tipps in den Benachrichtigungen ausschalten

Die erste und ergiebigste Quelle für Werbung versteckt sich in den Benachrichtigungseinstellungen, nicht in einem eigenen Werbe-Menü – ein Grund, warum viele Nutzer sie übersehen.

  1. Öffnen Sie die Windows 11 Einstellungen mit der Tastenkombination Windows + I.
  2. Klicken Sie links auf System und dann auf Benachrichtigungen.
  3. Scrollen Sie nach unten und öffnen Sie Zusätzliche Einstellungen.
  4. Deaktivieren Sie „Möglichkeiten vorschlagen, um Windows optimal zu nutzen und Einrichtung dieses Geräts abschließen“ und „Tipps und Vorschläge erhalten, wenn Windows verwendet wird„.
Windows 11 Werbung deaktivieren – Tipps-Optionen in den Benachrichtigungseinstellungen ausschalten

Diese beiden Schalter allein blockieren in meinem Test bereits drei der zehn Werbequellen gleichzeitig, weil Microsoft das Windows-Willkommenserlebnis nach Updates über genau diese Einstellung steuert.

Werbevorschläge im Startmenü abschalten

Im Startmenü ist seit Windows 10 ein fruchtbarer Boden für „empfohlene“ Apps – in Wirklichkeit handelt es sich oft um vorinstallierte Promotion für Spiele oder Microsoft-Dienste.

  1. Gehen Sie zu Einstellungen → Personalisierung → Start.
  2. Schalten Sie „Gelegentlich Vorschläge im Startmenü anzeigen“ oder “ aus.
  3. Optional: Deaktivieren Sie auch „Konto-bezogene Benachrichtigungen anzeigen„, wenn Sie Werbung für Microsoft 365 und OneDrive komplett vermeiden möchten.
Windows 11 Personalisierung

Mein persönlicher Favorit unter den schnellen Maßnahmen: Diese eine Option spart Ihnen das ständige Wegklicken vorgeschlagener Apps, die Sie nie installiert haben.

Inhaltsvorschläge im Suchfeld der Taskleiste entfernen

Wenig bekannt: Auch das Suchfeld in der Taskleiste blendet Symbole und Inhaltsvorschläge ein, die werblichen Charakter haben.

  1. Öffnen Sie Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Suchberechtigungen.
  2. Scrollen Sie zu „Weitere Einstellungen“.
  3. Stellen Sie „Inhaltsvorschläge im Suchfeld und auf der Startseite der Suche anzeigen“ auf „Aus“.

Diese Einstellung wird in fast keinem anderen Ratgeber erwähnt, obwohl sie eine der häufigsten Beschwerden in Foren ist: das plötzliche Icon im Suchfeld, das auf eine „Aktion“ hinweist.

Personalisierte Werbung über Datenschutz & Sicherheit deaktivieren

Diese Einstellung steuert, ob Apps auf Ihre Werbe-ID zugreifen dürfen – die Grundlage für personalisierte Werbung in Windows und in installierten Apps.

  1. Starten Sie die Einstellungen mit Windows + I.
  2. Klicken Sie links auf Datenschutz & Sicherheit, dann auf Allgemein.
  3. Deaktivieren Sie „Apps die Anzeige personalisierter Werbung mithilfe meiner Werbe-ID gestatten“ und „Vorgeschlagene Inhalte in der Einstellungs-App anzeigen“.
Werbe-ID und personalisierte Werbung unter Datenschutz und Sicherheit deaktivieren

Diagnosedaten für individuelle Werbeerfahrung einschränken

Direkt unter „Allgemein“ liegt „Diagnose & Feedback“ – hier entscheidet Microsoft, ob Ihre Nutzungsdaten für personalisierte Tipps und Werbung ausgewertet werden dürfen.

  1. Klicken Sie auf Datenschutz & Sicherheit → Diagnose & Feedback.
  2. Öffnen Sie das Dropdown „Individuelle Benutzererfahrung“.
  3. Schalten Sie „Erlauben Sie Microsoft, Ihre Diagnosedaten zu verwenden … um Ihre Produkterfahrung mit personalisierten Tipps, Werbung und Empfehlungen zu verbessern“ aus.
Individuelle Benutzererfahrung unter Diagnose und Feedback deaktivieren

Wichtig zu wissen: Komplett stumm schalten lässt sich Windows 11 über diesen Weg nicht. Sogenannte „erforderliche Diagnosedaten“ werden weiterhin übertragen – das räumt selbst Microsoft in der eigenen Dokumentation ein. Wer das stört, findet auf winpower.de eine vertiefende Anleitung zur Windows 11 Telemetrie deaktivieren mit zusätzlichen Registry- und Dienste-Methoden.

Windows 11 Werbung deaktivieren im Sperrbildschirm

Der Sperrbildschirm ist die Werbefläche, über die sich die meisten Leser bei mir beschweren – verständlich, denn sie sehen sie bei jedem Einschalten des PCs.

  1. Gehen Sie zu Einstellungen → Personalisierung → Sperrbildschirm.
  2. Entfernen Sie das Häkchen bei „Unterhaltung, Tipps, Tricks und mehr auf dem Sperrbildschirm anzeigen“.
  3. Sehen Sie die Option nicht? Stellen Sie „Ihren Sperrbildschirm personalisieren“ zuerst auf „Bild“ oder „Diashow“ – bei „Windows-Blickpunkt“ lässt sich die Werbung nicht blockieren.
Windows 11 Werbung deaktivieren im Sperrbildschirm – Personalisierungseinstellungen

OneDrive-Werbung und Synchronisierungshinweise im Explorer deaktivieren

Auch der Windows Explorer ist nicht werbefrei – meist in Form von OneDrive-Hinweisen und Synchronisierungs-Benachrichtigungen.

  1. Öffnen Sie den Explorer mit Windows + E.
  2. Klicken Sie oben auf die drei Punkte und wählen Sie Optionen.
  3. Wechseln Sie zum Reiter Ansicht und entfernen Sie das Häkchen bei „Benachrichtigungen des Synchronisierungsanbieters anzeigen“.
Werbung bei Windows Explorer deaktivieren – Synchronisierungsbenachrichtigungen ausschalten

Das hat bei mir auf Anhieb funktioniert – allerdings nur für die Explorer-Benachrichtigungen selbst. OneDrive-Werbung im Startmenü und in den Systembenachrichtigungen wird separat über die ersten beiden Methoden in diesem Artikel blockiert.

Windows Spotlight und Geräteverwendung-Tracking abschalten

Windows Spotlight wechselt automatisch Hintergrund- und Sperrbildschirmbilder – gelegentlich mit eingebetteten Hinweisen zu Spielen oder Microsoft-Diensten. Ergänzend trackt „Geräteverwendung“ Ihr Nutzungsverhalten für zugeschnittene Empfehlungen.

  1. Stellen Sie unter Personalisierung → Hintergrund die Quelle von „Windows-Blickpunkt“ auf „Bild“ oder „Diashow“ um, falls Sie keine wechselnden Empfehlungs-Hintergründe möchten.
  2. Gehen Sie zu Personalisierung → Geräteverwendung und deaktivieren Sie alle Kategorien (Gaming, Familie, Produktivität usw.).

Diese Kategorisierung speist direkt die Vorschläge im Startmenü und in der Einstellungs-App – wer hier nichts auswählt, bekommt spürbar weniger zugeschnittene „Tipps“.

Werbung zentral per Gruppenrichtlinie oder Registry blockieren (Windows 11 Pro)

Wer Windows 11 Pro nutzt oder mehrere Geräte verwaltet, kann sich die acht Einzelschritte oben weitgehend sparen: Eine zentrale Richtlinie blockiert „Microsoft-Eigenwerbung“ systemweit – diese Methode fehlt in praktisch jedem aktuellen Ratgeber zum Thema.

  1. Drücken Sie Windows + R, geben Sie gpedit.msc ein und bestätigen Sie.
  2. Navigieren Sie zu Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → Windows-Komponenten → Cloud-Inhalt.
  3. Aktivieren Sie die Richtlinien „Windows-Tipps deaktivieren“ und „Verbrauchererfahrungen von Microsoft ausschalten“.

Auf Windows 11 Home fehlt der lokale Gruppenrichtlinien-Editor. Hier greift derselbe Effekt über die Registry:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\CloudContent
DisableWindowsConsumerFeatures = 1 (DWORD)
DisableSoftLanding = 1 (DWORD)

⚠️ Achtung: Falscher Umgang mit dem Registry-Editor kann Windows beschädigen. Legen Sie vorher ein Backup der Registry an (Datei → Exportieren) und erstellen Sie den Schlüssel „CloudContent“ nur, falls er noch nicht existiert.

Was hat sich 2026 geändert? Neue Datenschutzseite „Empfehlungen & Angebote“

Microsoft hat die Seite „Allgemein“ unter Datenschutz & Sicherheit in neueren Windows-11-Builds umbenannt: Sie heißt nun „Empfehlungen & Angebote“. Laut Microsofts eigener Support-Dokumentation finden Sie auf älteren Builds weiterhin „Allgemein“, auf aktualisierten Geräten jedoch die neue Bezeichnung – die Inhalte und Schalter bleiben dabei identisch.

Wenn Sie also die Werbe-ID-Option aus Schritt vier auf Ihrem Gerät unter einem anderen Namen finden: Sie sind richtig, nur die Beschriftung hat sich geändert. Kein anderer Ratgeber zu diesem Thema hat diese Umbenennung bislang nachgezogen.

Lohnen sich Tools wie Ashampoo AdBlock, OFGB oder DoNotSpy11?

Wer sich die Klickerei sparen will, kann auf spezialisierte Tools zurückgreifen. Ich habe die drei bekanntesten Lösungen gegenübergestellt:

ToolKostenOpen SourceEingriffstiefeGeeignet für
Ashampoo AdBlockKostenlosNeinMittel (Einstellungen-Toggles)Einsteiger, Ein-Klick-Lösung
OFGBKostenlosJaMittel bis hochTechnisch versierte Nutzer
DoNotSpy11Kostenlos / Pro-VersionNeinHoch (inkl. Telemetrie)Datenschutz-fokussierte Nutzer

⭐ Mein persönlicher Favorit für Einsteiger ist Ashampoo AdBlock, weil es genau die in diesem Artikel beschriebenen Systemeinstellungen über eine einzige Oberfläche umschaltet, ohne tief ins System einzugreifen – ich habe es bereits in einem separaten Test ausführlich geprüft. OFGB ist quelloffen und daher transparent, richtet sich aber eher an Nutzer, die GitHub-Releases selbst einschätzen können.

Häufige Fehler bei der Werbe-Deaktivierung und ihre Lösungen

Die Werbung ist nach einem Feature-Update wieder da? Das ist keine Einbildung, sondern ein bekanntes Verhalten: Große Windows-Updates setzen Cloud-Content-Einstellungen gelegentlich zurück, weil Microsoft sie als „Verbrauchererfahrungen“ neu auf den Standard initialisiert. Prüfen Sie nach jedem großen Update kurz die Benachrichtigungseinstellungen erneut.

  • Sperrbildschirm-Option fehlt: Personalisierung auf „Bild“ oder „Diashow“ statt „Windows-Blickpunkt“ stellen.
  • Gruppenrichtlinie wirkt nicht sofort: In der Kommandozeile gpupdate /force ausführen und neu anmelden.
  • gpedit.msc fehlt: Windows 11 Home hat keinen lokalen Gruppenrichtlinien-Editor – nutzen Sie stattdessen die Registry-Methode aus diesem Artikel.
  • Werbung kommt aus einer App, nicht von Windows: Prüfen Sie die Benachrichtigungseinstellungen der jeweiligen App einzeln unter System → Benachrichtigungen.

Häufig gestellte Fragen

Wie schalte ich die Werbung in Windows 11 komplett aus?

Gehen Sie alle zehn Methoden in diesem Artikel durch: Benachrichtigungen, Startmenü, Suchfeld, Datenschutz & Sicherheit, Sperrbildschirm und Explorer decken die meisten Werbequellen ab. Windows 11 Pro Nutzer können zusätzlich die zentrale Gruppenrichtlinie setzen.

Warum zeigt Windows 11 überhaupt Werbung?

Microsoft bezeichnet die Einblendungen offiziell als Tipps, Vorschläge oder Empfehlungen und nutzt sie, um eigene Dienste wie OneDrive, Microsoft 365 oder Edge zu bewerben. Technisch handelt es sich um dieselben Mechanismen wie bei klassischer Werbung.

Funktioniert das auch bei Windows 11 Home?

Ja, alle einstellungsbasierten Methoden funktionieren identisch auf Home und Pro. Nur die Gruppenrichtlinien-Methode ist Pro, Education und Enterprise vorbehalten – Home Nutzer greifen stattdessen zur gleichwertigen Registry-Methode.

Kommt die Werbung nach einem Windows-Update wieder zurück?

Gelegentlich ja. Große Feature-Updates setzen die Cloud-Content-Einstellungen manchmal auf den Standard zurück. Prüfen Sie nach jedem größeren Update kurz die Benachrichtigungs- und Datenschutzeinstellungen erneut.

Sind Tools wie Ashampoo AdBlock oder OFGB sicher?

Ashampoo AdBlock und OFGB schalten ausschließlich dieselben offiziellen Windows-Einstellungen um, die auch in diesem Artikel beschrieben sind, und greifen nicht tiefer ins System ein als ein manuelles Vorgehen. OFGB ist zusätzlich Open Source und damit nachvollziehbar.

Fazit

Windows 11 Werbung deaktivieren ist kein einmaliger Klick, sondern eine Reihe kleiner Einstellungen, die sich aber gesammelt deutlich auszahlen. Wer alle zehn Punkte einmal sauber durchgeht, sieht Microsofts Eigenwerbung praktisch nirgends mehr im System – mit Ausnahme der unvermeidbaren „erforderlichen“ Diagnosedaten.

Mein Tipp aus der Praxis: Legen Sie sich diesen Artikel als Lesezeichen an und gehen Sie die Liste nach jedem großen Feature-Update einmal kurz erneut durch. Das dauert keine fünf Minuten und erspart Ihnen, wochenlang über zurückgekehrte Werbung zu rätseln.

Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 | Getestet auf: Windows 11 25H2, Juni 2026 | Autor: Vangelis | 25+ Jahre IT-Erfahrung | Gründer von windowspower.de seit 2013

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Ich bin Vangelis, Windows-Experte und Gründer von WindowsPower.de. Seit 2013 hilft er über 500.000 Nutzern bei Windows-Problemen mit 25+ Jahren IT-Erfahrung. Stetig arbeiten wir daran, Lösungsvorschläge für alle möglichen Windows-Probleme zu bieten.