Haben Sie noch eine alte SSD im Schrank liegen, die Sie nicht mehr intern nutzen? Dann werfen Sie sie nicht weg! Mit wenigen Handgriffen verwandeln Sie Ihre interne SSD in eine externe Festplatte und nutzen sie als schnellen, tragbaren Speicher. In dieser Anleitung zeige ich Ihnen Schritt für Schritt, wie das funktioniert – ganz ohne technisches Vorwissen.
Warum eine SSD als externen Speicher nutzen?
Bevor wir loslegen, schauen wir uns an, warum eine externe SSD so viele Vorteile gegenüber einer herkömmlichen HDD-Festplatte bietet:
Eine Solid State Drive arbeitet ohne bewegliche Teile. Das macht sie nicht nur deutlich schneller, sondern auch robuster als klassische Festplatten. Wenn Ihnen beim Transport mal etwas herunterfällt, müssen Sie bei einer SSD keinen Totalschaden befürchten. Außerdem ist eine SSD leichter und verbraucht weniger Strom – perfekt für unterwegs.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Bis zu 5-mal schnellere Datenübertragung als bei HDDs
- Stoßunempfindlich durch fehlende mechanische Bauteile
- Kompakter und leichter
- Geräuschlos im Betrieb
- Geringerer Stromverbrauch
Besonders praktisch: Sie können auf einer externen SSD sogar ein Betriebssystem installieren und damit jeden beliebigen Rechner starten – ähnlich wie mit einer Live-CD, nur viel schneller.
Was Sie für den Umbau benötigen
Um Ihre interne SSD als externe Festplatte zu nutzen, brauchen Sie eines von zwei Dingen: ein SSD-Gehäuse oder einen SATA-zu-USB-Adapter.
Option 1: Externes SSD-Gehäuse
Ein Festplattengehäuse schützt Ihre SSD vor äußeren Einflüssen und sieht professionell aus. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf folgende Punkte:
- Kompatible Größe: Die meisten SSDs haben das 2,5-Zoll-Format (6,35 cm). Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ihr Gehäuse diese Größe unterstützt.
- USB-Standard: Wählen Sie mindestens USB 3.0, besser noch USB 3.1 oder USB-C. Bei USB 2.0 wird Ihre schnelle SSD massiv ausgebremst.
- Anschlusstyp: Moderne Gehäuse bieten oft USB-C mit Abwärtskompatibilität zu USB-A.
Ein gutes USB 3.0 Gehäuse bekommen Sie bereits ab 10 €. Die Investition lohnt sich.
Option 2: SATA-zu-USB-Adapter
Falls Sie die SSD nur gelegentlich nutzen möchten, reicht auch ein einfaches Adapterkabel. Diese Kabel verbinden den SATA-Anschluss Ihrer SSD direkt mit einem USB-Port am Computer. Der Vorteil: Sie sind günstiger und flexibler. Der Nachteil: Die SSD liegt ungeschützt frei.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: SSD einbauen und einrichten
Jetzt wird es praktisch. Folgen Sie diesen Schritten, um Ihre SSD als externe Festplatte zu verwenden:
Schritt 1: SSD-Spezifikationen ermitteln
Bevor Sie ein Gehäuse kaufen, sollten Sie die Größe und Schnittstelle Ihrer SSD kennen. So finden Sie die Informationen heraus:
- Drücken Sie Windows + R und geben Sie msinfo32 ein
- Navigieren Sie zu Komponenten → Speicher → Datenträger
- Notieren Sie sich das Modell Ihrer SSD
- Suchen Sie online nach den genauen Spezifikationen
Alternativ können Sie die Angaben direkt auf dem Aufkleber Ihrer SSD ablesen.
Schritt 2: SSD ins Gehäuse einbauen
Der Einbau ist denkbar einfach:
- Öffnen Sie das Festplattengehäuse (meist schraubenlos oder mit kleiner Schraube)
- Legen Sie die SSD-Festplatte vorsichtig hinein
- Achten Sie darauf, dass die Anschlüsse korrekt einrasten
- Schließen Sie das Gehäuse wieder
Das war’s schon! Die SSD benötigt über den USB-Anschluss keine zusätzliche Stromversorgung.
Schritt 3: SSD am Computer anschließen
Verbinden Sie die externe Festplatte mit dem USB 3.0 Anschluss Ihres Computers. Windows erkennt das Laufwerk automatisch und zeigt es im Explorer unter „Dieser PC“ an.
Falls die SSD nicht angezeigt wird, liegt das meist daran, dass sie noch nicht formatiert ist. Keine Sorge – das erledigen wir im nächsten Schritt.
Schritt 4: SSD formatieren (falls nötig)

Wenn Ihr Computer die SSD nicht sofort erkennt, müssen Sie sie über die Datenträgerverwaltung formatieren:
- Drücken Sie Windows + X und wählen Sie Datenträgerverwaltung
- Finden Sie Ihre neue SSD in der Liste (erkennbar am Status „Nicht zugeordnet“)
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf
- Wählen Sie Neues einfaches Volume
- Folgen Sie dem Assistenten und wählen Sie als Dateisystem NTFS
Wichtiger Hinweis: Aktivieren Sie unbedingt die Schnellformatierung. Eine vollständige Formatierung belastet die SSD unnötig und verkürzt ihre Lebensdauer.
USB-Geschwindigkeit: Das sollten Sie wissen
Die Geschwindigkeit Ihrer externen SSD hängt maßgeblich vom verwendeten USB-Standard ab. Hier ein Überblick:
| USB-Standard | Theoretische Geschwindigkeit | Praktische Geschwindigkeit |
|---|---|---|
| USB 2.0 | 60 MB/s | 40 MB/s |
| USB 3.0 | 625 MB/s | 300 MB/s |
| USB 3.1 Gen 2 | 1.250 MB/s | 700 MB/s |
| USB 3.2 Gen 2×2 | 2.500 MB/s | 1.500 MB/s |
Eine typische SATA-SSD erreicht intern bis zu 550 MB/s. Über USB 3.0 sind davon etwa 300 MB/s realistisch – das ist immer noch dreimal schneller als eine herkömmliche externe Festplatte.
NVMe-SSDs als externen Speicher nutzen
Besitzen Sie eine NVMe-SSD (auch M.2-SSD genannt)? Diese schlanken Speicherriegel sind noch schneller als SATA-SSDs, benötigen aber spezielle M.2-Gehäuse.
Beim Kauf eines NVMe-Gehäuses sollten Sie auf Folgendes achten:
- M.2-Schlüssel: Ihre NVMe muss zum Gehäuse passen (meist M-Key oder B+M-Key)
- USB-Standard: Mindestens USB 3.2 Gen 2, um die Geschwindigkeit auszunutzen
- Kühlung: NVMe-SSDs können warm werden – ein Gehäuse mit Kühlkörper ist empfehlenswert
Externe SSD-Festplatte partitionieren
Sollten Sie viele Daten auf dem USB-Stick speichern, ist es ratsam, den Speicherplatz in mehrere Partitionen aufzuteilen. Z. B. eine Partition für Bilder und eine für die restlichen Daten.
Über die Windows 11 Datenträgerverwaltung, können Sie mit wenigen Klicks den USB-Stick in mehrere Partitionen aufteilen.
Die Aufteilung funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wie Sie eine normale Festplatte aufteilen. Achten Sie darauf, dass der USB-Stick im NTFS‑Format formatiert ist und nicht in FAT32.
Bei unserer Anleitung verwenden wir einen 8 GB großen USB‑Stick.
1. Verbinden Sie den USB-Stick mit dem Computer.
2. Starten Sie die Datenträgerverwaltung. Sie machen einen Rechtsklick auf den Windows Button und wählen „Datenträgerverwaltung“ aus.
3. Sie können auch die Tastenkombination Windows +X benutzen und dort „Datenträgerverwaltung“ auswählen.
4. Machen Sie einen Rechtsklick auf den USB-Stick und wählen Sie „Volumen verkleinern…“
5. Im geöffneten Fenster klicken Sie auf „Verkleinern“.
6. Klicken Sie jetzt mit der rechten Maustaste auf die erstellte Partition (Nicht zugeordnet) und wählen Sie „Neues Volumen“. Folgen Sie den Anweisungen.
Nun ist der USB-Stick in mehrere Partitionen aufgeteilt.
So können Sie etwa eine Partition für Backups und eine für den täglichen Datentransfer einrichten.
Alternative: Fertige externe SSD kaufen
Falls Ihnen der Umbau zu aufwendig erscheint, können Sie auch eine fertige portable SSD kaufen. Diese Geräte sind kompakt, bereits formatiert und sofort einsatzbereit. Bekannte Modelle sind:
- Samsung Portable SSD T7
- SanDisk Extreme Portable SSD
- Crucial X8 Portable SSD
Der Nachteil: Fertige externe SSDs kosten mehr als der Eigenbau mit einem SSD-Gehäuse und einer vorhandenen SSD.
Daten sichern vor dem Umbau
Bevor Sie Ihre alte interne SSD als externen Speicher umfunktionieren, sollten Sie alle wichtigen Daten übertragen. Falls sich noch Ihr Betriebssystem oder persönliche Dateien auf der SSD befinden, erstellen Sie zunächst ein vollständiges Backup.
Häufige Probleme und Lösungen
SSD wird nicht erkannt
- Prüfen Sie, ob das USB-Kabel funktioniert (anderes Kabel testen)
- Versuchen Sie einen anderen USB-Port (am besten direkt am Mainboard, nicht am USB-Hub)
- Öffnen Sie die Datenträgerverwaltung – manchmal fehlt nur der Laufwerksbuchstabe
Langsame Übertragungsgeschwindigkeit
- Achten Sie darauf, dass Sie einen USB 3.0 Port verwenden (erkennbar an der blauen Farbe)
- Nutzen Sie das mitgelieferte Kabel – billige Kabel bremsen die Geschwindigkeit
- Vermeiden Sie USB-Hubs ohne eigene Stromversorgung
SSD wird zu heiß
- Nutzen Sie ein Gehäuse mit Metallgehäuse oder Kühlrippen
- Legen Sie die SSD nicht auf weiche Unterlagen, die die Wärme stauen
- Bei dauerhafter Last: kurze Pausen einlegen
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Kann ich jede interne SSD als externe Festplatte verwenden?
Ja, grundsätzlich können Sie jede funktionierende SATA-SSD oder NVMe-SSD mit dem passenden Gehäuse als externen Speicher nutzen. Wichtig ist nur, dass Sie ein kompatibles Festplattengehäuse kaufen, das zur Größe und Schnittstelle Ihrer SSD passt.
Wie schnell ist eine externe SSD im Vergleich zu einer HDD?
Eine externe SSD über USB 3.0 erreicht etwa 300 MB/s in der Praxis. Das ist ungefähr dreimal schneller als eine herkömmliche externe HDD-Festplatte, die bei etwa 100 MB/s liegt.
Braucht eine externe SSD eine zusätzliche Stromversorgung?
Nein, 2,5-Zoll-SSDs werden vollständig über den USB-Anschluss mit Strom versorgt. Sie benötigen keinen externen Netzadapter. Das macht sie ideal für den mobilen Einsatz.
Welches Dateisystem sollte ich für die externe SSD wählen?
Für Windows-Nutzer empfehle ich NTFS. Wenn Sie die SSD auch an Mac-Computern nutzen möchten, ist exFAT die bessere Wahl, da es von beiden Betriebssystemen gelesen und beschrieben werden kann.
Kann ich von einer externen SSD booten?
Ja, Sie können ein Betriebssystem auf einer externen SSD installieren und davon starten. Dafür müssen Sie im BIOS die Boot-Reihenfolge anpassen. Das ist praktisch, um beispielsweise einen portablen Windows-PC zu haben.
Lohnt sich der Umbau finanziell?
Auf jeden Fall! Ein gutes SSD-Gehäuse mit USB 3.0 kostet zwischen 10 und 20 Euro. Damit verwandeln Sie eine alte SSD in einen externen Speicher, der als fertiges Produkt deutlich teurer wäre. Zusätzlich schonen Sie die Umwelt, weil Sie bestehende Hardware weiterverwenden.
Wie lange hält eine externe SSD?
Die Lebensdauer einer SSD wird in TBW (Terabytes Written) angegeben. Moderne SSDs halten problemlos mehrere Jahre bei normaler Nutzung. Da externe SSDs oft weniger beansprucht werden als interne, können sie sogar noch länger funktionieren.
Fazit
Eine alte SSD als externe Festplatte zu nutzen, ist eine clevere Methode, um ausrangierten Speicher weiterzuverwenden. Mit einem günstigen Gehäuse oder USB-Adapter haben Sie in wenigen Minuten einen schnellen, tragbaren Speicher, der jede herkömmliche externe Festplatte in den Schatten stellt. Achten Sie nur darauf, mindestens USB 3.0 zu verwenden – dann profitieren Sie auch wirklich von der hohen Geschwindigkeit Ihrer SSD.





