Irgendwann steht jeder mal vor dem Problem. Die Partnerin will ihren eigenen Bereich auf dem Rechner. Ein Familienmitglied benötigt Zugang. Oder Sie selbst möchten Arbeit und Privates sauber trennen. Egal was der Grund ist: Ein zweites Profil unter Windows 11 zu erstellen, ist eigentlich total simpel.
Was halt nervt? Microsoft drängelt bei jedem Schritt Richtung MS Konto. Wer ein lokales Konto erstellen möchte, muss wissen, wo die richtige Schaltfläche versteckt ist. Genau dafür sind Sie ja hier.
Ich zeig Ihnen vier Wege – über die grafische Oberfläche, per CMD, mit PowerShell und den netplwiz-Trick. Die Benutzerverwaltung unter Win11 funktioniert im Kern so ähnlich wie bei Windows 10, nur dass die Option für lokale Benutzerkonten mittlerweile ziemlich gut vergraben ist.
Warum überhaupt einen neuen Benutzer unter Windows 11 anlegen?
Kurz und knapp: Weil’s sicherer ist. Und ordentlicher.
Wenn mehrere Leute einen PC nutzen, sorgt ein eigenes Profil dafür, dass jeder seinen eigenen Desktop, seine Dateien und seine Einstellungen hat. Kein versehentliches Löschen von Dokumenten, keine peinlichen Browser-Tabs, die jemand anders zu sehen bekommt. Klingt vielleicht nach Kleinigkeit – im Alltag ist das Gold wert.
Und dann der Sicherheitsaspekt. Microsoft empfiehlt sogar offiziell, fürs tägliche Arbeiten ein eingeschränktes Standardprofil zu nehmen und nicht permanent als Administrator unterwegs zu sein. Der Grund? Falls Schadsoftware auf den PC gerät, hat sie mit eingeschränkten Rechten viel weniger Spielraum.
Geräte mit getrennten Benutzerkonten in Windows und vernünftiger Rechtevergabe sind messbar besser geschützt (Quelle: Microsoft Support – Benutzerkonten verwalten).
Ist also keine Spielerei. Lohnt sich wirklich.
Lokales Konto vs. Microsoft-Konto – welche Option passt?
Bevor Sie loslegen, sollten Sie das hier verstanden haben. Windows 11 bietet nämlich zwei Kontotypen, und die unterscheiden sich doch ziemlich deutlich.
Ein Microsoft-Konto hängt an einer E-Mail-Adresse – typischerweise @outlook.de oder @hotmail.com. Vorteil: Ihre Daten wandern über mehrere Geräte mit, Sie kommen direkt an OneDrive, den Store und weitere Microsoft-Diensten ran.
Apps lassen sich ebenfalls nur mit einem Online-Profil installieren. Und die Zwei-Faktor-Authentifizierung macht das Ganze nochmal sicherer.
Ein rein lokales Profil dagegen? Existiert nur auf genau diesem einen PC. Keine Cloud, keine Synchronisation, keine Internetverbindung nötig.
Wer sensibele Daten lieber bei sich behält oder dem Cloud-Kram grundsätzlich skeptisch gegenübersteht – für den ist das die bessere Wahl.
Mein Tipp, ganz ehrlich: Hauptprofil online, Zweitprofile lokal. Fährt man in den meisten Fällen gut mit.
Methode 1: Windows 11 Benutzer hinzufügen über die Einstellung
Das hier ist der Standardweg. Funktioniert immer, braucht keine Vorkenntnisse.
Schritt 1: Tastenkombination Windows + I drücken. Die Einstellungen gehen auf.
Schritt 2: Links auf Konten gehen, dann auf Weitere Benutzer.
Schritt 3: Den Punkt Konto hinzufügen auswählen.

Und jetzt wird’s spannend. Das System will eine E-Mail-Adresse für ein Microsoft Konto haben.
Neuen Benutzer mit Microsoft-Konto anlegen und Konto einrichten
Falls die Person schon einen Microsoft–Account hat – einfach die E-Mail-Adresse im Feld eingeben und auf Weiter gehen. Fertig. Die Person kann sich ab sofort anmelden.
Hat sie noch kein Profil? Kein Problem. Sie können direkt eine neue E-Mail-Adresse registrieren lassen. Kleiner Pluspunkt beim Microsoft-Kontos: Falls mal das Passwort vergessen wird, lässt sich das online wiederherstellen. Bei einem rein lokalen Profil geht das leider nicht so einfach.
Neuen lokalen Benutzer in Windows 11 hinzufügen (ohne Microsoft-Konto)
Jetzt kommt der Teil, wo es einem nicht gerade leicht gemacht wird. Aber wenn man’s einmal gesehen hat, vergisst man’s nicht mehr:
- Auf „Ich kenne die Anmeldeinformationen für diese Person nicht“ gehen. Ja, das klingt komisch. Ist aber der richtige Weg.
- Im nächsten Schritt dann „Benutzer ohne Microsoft-Konto hinzufügen“ wählen.
- Jetzt einen Namen und ein sicheres Passwort eintragen. Das Passwort müssen Sie zweimal bestätigen.
- Wählen Sie die Option bei drei Sicherheitsfragen aus und beantworten Sie die – hilft, falls Sie irgendwann mal das Kennwort nicht mehr wissen.
- Auf den Button „Weiter“ drücken.

Das war’s schon. Neues Profil angelegt. Die Person startet erstmal mit Standardrechten – was meistens auch völlig reicht.
Kontotyp ändern: Benutzer zum Administrator machen
Jedes neue Profil bekommt erstmal nur eingeschränkte Rechte. Sinnvoll so. Aber manchmal braucht man halt doch ein zusätzliches Administrator-Profil. Zum Beispiel wenn jemand anderes auch Programme installieren können soll.
So ändern Sie den Kontotyp:
- Wieder zu Einstellungen → Konten gehen.
- Ein Klick auf den neuen Eintrag.
- Auswählen: Kontotyp ändern.
- Auf Administrator umstellen, mit OK bestätigen.

Kurze Warnung: Halten Sie die Zahl der Administratoren klein. Jedes Admin-Profil kann auf alles zugreifen, alles installieren, alles ändern. Wenn das in falsche Hände gerät, wird’s schnell unangenehm.
Noch ein Tipp für die Pro-Version: Über Gruppenrichtlinien (gpedit.msc) lässt sich noch feiner einstellen, was einzelne Personen dürfen und was nicht. Damit können Sie zum Beispiel den Zugang zu bestimmten Bereichen einschränken oder die Softwareinstallation sperren. In der Home-Edition gibt’s diese Möglichkeit leider nicht – dort können Sie nur über die Standard-Einstellungen arbeiten.
Methode 2: Neuen Benutzer anlegen per Eingabeaufforderung
Jetzt wird’s ein bisschen nerdiger. Wer keine Lust hat, sich durch fünf Dialogfenster zu klicken – die Eingabeaufforderung macht’s in zwei Zeilen.
- Ins Suchfeld der Taskleiste
cmdeintippen. - Rechtsklick → Als Administrator ausführen.
- Diesen Befehl eingeben:
net user NeuerName Passwort123 /add
„NeuerName“ durch den gewünschten Namen ersetzen, „Passwort123″ durch ein ordentliches Passwort. Enter drücken – fertig. Das geht in zehn Sekunden.
Falls Admin-Rechte nötig sind, direkt hinterher:
net localgroup Administratoren NeuerName /add
Kein Rumgeklicke, kein Warten. Zwei Befehle, Profil steht (Quelle: Computerwoche – Schnell lokale Benutzerkonten erstellen).
Methode 3: Benutzerkonto über PowerShell erstellen
PowerShell ist quasi der große Bruder der Eingabeaufforderung. Modernere Syntax, mehr Möglichkeiten – besonders praktisch für die Erstellung mehrerer Profile auf einen Schlag.
- Rechtsklick aufs Startmenü → Terminal (Administrator) öffnen.
- Folgenden Befehl eintippen:
powershell
New-LocalUser -Name "NeuerName" -Password (ConvertTo-SecureString "Passwort123" -AsPlainText -Force) -FullName "Neuer Name" -Description "Zweitprofil"
- Optional einer Gruppe zuordnen:
powershell
Add-LocalGroupMember -Group "Benutzer" -Member "NeuerName"
Wer in einer kleinen Büroumgebung arbeitet und fünf Benutzerkonten auf einmal braucht – PowerShell spart da echte Zeit. Per Schleife lässt sich das sogar automatisieren.
Methode 4: Windows 11 Konto hinzufügen über netplwiz
Es gibt da noch einen Weg, den erstaunlich wenige Leute kennen. Und der ist tatsächlich ziemlich flott:
Windows + Rdrücken undnetplwizeintippen.- Im Menü auf „Hinzufügen“ gehen.
- „Ohne Online-Profil anmelden (nicht empfohlen)“ wählen → dann „Lokales Profil“.
- Name und Passwort angeben. Das war’s.
Das Gute hier: Keine Sicherheitsfragen nötig. Sie brauchen nur einen Kennworthinweis. Geht also wirklich fix.
Kleiner Nachteil: Die netplwiz-Oberfläche sieht ein bisschen altbacken aus. Funktioniert aber tadellos – auch in der neuesten Windows-Version.
Zwischen den Profilen wechseln und Zugänge verwalten
Gut, das Profil steht. Und jetzt?
Das Wechseln geht ganz einfach: Startmenü öffnen, oben auf Ihren Namen gehen. Im Menü taucht das neue Profil auf – einfach drauf. Oder Sie drücken Alt + F4 auf dem Desktop und wählen „Abmelden“. Nach einem Neustart zeigt der Anmeldebildschirm unten links alle verfügbaren Zugänge.
Beim allerersten Einloggen braucht das System eine Minute, um alles einzurichten. Danach läuft es ganz normal.
Wer die Zugänge längerfristig verwalten will, macht das am besten über die Systemsteuerung. Dort lassen sich Profile umbenennen, löschen oder im Typ anpassen.
Wenn Sie hinzufügen möchten, wer auf bestimmte Ordner zugreifen darf: Rechtsklick auf den Ordner → Eigenschaften → Registerkarte „Sicherheit“. Über den Menüpunkt „Bearbeiten“ legen Sie fest, wer lesen, schreiben oder nur ansehen darf. Für einen lokalen Benutzer kann man so die Berechtigungen ziemlich genau steuern.
Falls Sie ein Profil wieder loswerden wollen: Einstellungen → Konten, auf den betreffenden Eintrag gehen und „Profil und Daten entfernen“ wählen. Aber Achtung – dabei gehen alle Dateien dieser Person auf dem PC verloren.
Häufige Probleme – und was Sie tun können
„Ich finde die Funktion zum Anlegen nicht.“ Prüfen Sie, ob Sie als Admin angemeldet sind. Standardprofile können keine neuen Zugänge einrichten. Logisch eigentlich, aber man vergisst das schnell.
„Der net user Befehl funktioniert nicht.“ Die Eingabeaufforderung muss mit erhöhten Rechten laufen. Normaler CMD-Zugriff reicht nicht aus.
„Sonderzeichen im Namen – geht das?“ Lieber nicht. Umlaute und Sonderzeichen können Probleme mit dem Profilpfad verursachen. Halten Sie sich an einfache Buchstaben und Zahlen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich in Windows 11 ein neues Profil erstellen?
Öffnen Sie die Einstellungen mit Windows + I und gehen Sie zu Konten → Weitere Nutzer. Dort wählen Sie „Profil hinzufügen“. Sie können dann ein Microsoft-Konto verknüpfen oder ein rein lokales Profil erstellen.
Geht das auch ohne Microsoft-Verknüpfung?
Klar. Im Dialog einfach auf „Ich kenne die Anmeldeinformationen nicht“ gehen und danach den Weg ohne Online-Anbindung wählen. Schon wird ein lokales Profil angelegt – ganz ohne Cloud.
Wie mache ich ein Profil zum Admin?
Zuerst ganz normal anlegen. Dann in den Einstellungen → Konten auf den neuen Eintrag gehen und Kontotyp ändern → Administrator wählen. Ab da hat die Person volle Rechte.
Wie viele Profile kann ich unter Win 11 haben?
Ein offizielles Limit gibt’s nicht. Für einen normalen Heim-PC sind 2 bis 5 üblich. Technisch gehen aber deutlich mehr.
Was ist sicherer – lokal oder online?
Kommt drauf an. Das Microsoft-Profil bringt Zwei-Faktor-Authentifizierung mit und einen Key zur Fernwiederherstellung. Ein lokales Profil hält dagegen alles auf dem PC – nichts landet in der Cloud. Für geteilte Rechner fährt man meistens am besten mit einer Kombination: Hauptzugang online, Zweitprofile lokal.
Fazit: So richten Sie ein neues Profil unter Windows 11 ein
Sie sehen: Einen neuen Benutzer unter Windows 11 einzurichten ist wirklich kein Hexenwerk. Vier Wege stehen Ihnen offen – grafisch, per Eingabeaufforderung, über PowerShell oder mit netplwiz. Egal welche Methode: Nutzen Sie getrennte Profile, wenn mehrere Personen am gleichen PC arbeiten. Benutzer mit einem Microsoft-Konto bekommen mehr Komfort, lokale Profile mehr Privatsphäre. Das schützt Ihre Daten, und das System bleibt sauber.
Nächster Schritt: Einfach mal ausprobieren. Legen Sie ein zweites Profil an, wechseln Sie hin und her, schauen Sie, wie sich die verschiedenen Rechtetypen im Alltag anfühlen. Und falls Sie noch mehr Windows-Tipps brauchen – auf windowspower.de finden Sie jede Menge weitere Anleitungen. Einfach mal durchstöbern.

