Windows 11 Update KB5089573 ist das optionale Preview-Update vom 26. Mai 2026 – und es gehört zu den interessanteren Releases der letzten Monate. Nicht wegen spektakulärer neuer Funktionen, sondern weil Microsoft hier erstmals offiziell etwas angeht, worüber Windows-11-Nutzer seit dem Launch klagen: das Betriebssystem fühlt sich träge an. Startmenü, Suche, Action Center – alles wirkte manchmal wie eingefroren, selbst auf moderner Hardware. Mit KB5089573 soll das Geschichte sein. Ich habe das Update auf einem Testrechner mit Windows 11 25H2 installiert – Stand Juni 2026 – und zeige Ihnen, was wirklich neu ist, was das bekannte Problem mit der EFI-Partition bedeutet, und ob sich die Installation lohnt.
Was bringt das Windows 11 Update KB5089573?
KB5089573 ist ein sogenanntes C-Release – ein optionales, nicht sicherheitsrelevantes Preview-Update, das Microsoft typischerweise in der letzten Monatswoche veröffentlicht. Es dient als Vorschau auf das, was beim nächsten Patch Tuesday (9. Juni 2026) offiziell ausgerollt wird. Das Update bringt die Versionen 24H2 und 25H2 auf die Build-Nummern 26100.8524 bzw. 26200.8524.
Drei Neuerungen stechen heraus:
- Low Latency Profile – CPU-Boost für schnellere Shell-Erlebnisse (Startmenü, Suche, Action Center)
- Shared Audio – gleichzeitiges Streaming an zwei Bluetooth-LE-Audio-Geräte
- Multi-Kamera-Support – mehrere Apps können eine einzige Kamera gleichzeitig nutzen
Dazu kommen Verbesserungen bei Windows Hello, stabilere Anmeldung und Lock Screen sowie eine neue Möglichkeit, beim Windows-Setup den eigenen Benutzerordner-Namen frei zu wählen. Laut Microsoft-Supportseite ist das Update via Einstellungen → Windows Update → Nach Updates suchen verfügbar – aber nur, wenn Sie aktiv auf „Herunterladen und installieren“ klicken. Es installiert sich nicht automatisch.
Low Latency Profile – steckt da wirklich mehr Speed drin?
Das ist die Kernfrage. Die offizielle Changelog-Formulierung ist bewusst nüchtern: „This update accelerates app launch and core shell experiences such as Start menu, Search, and Action Center.“ Was Microsoft hier nicht beim Namen nennt, kursiert in Windows-Insider-Kreisen unter dem Begriff Low Latency Profile.
Technisch betrachtet: Das Profil treibt die CPU-Taktfrequenz für sehr kurze Zeitfenster von 1–3 Sekunden hoch – genau dann, wenn Sie das Startmenü öffnen, die Suche aufrufen oder eine App starten. Es ist kein dauerhafter Übertaktungsmodus und kein Gaming-Feature. Laut Windows Central können System-Flyouts damit bis zu 70 % schneller erscheinen.
Microsoft-VP Scott Hanselman hat auf X erklärt, dass das Vorgehen absolut branchenüblich ist: „All modern operating systems do this, including macOS and Linux. Your smartphone already does this.“ Der Mechanismus ist also kein Windows-Trick, sondern Standard in modernen Betriebssystemen – Windows 11 hat damit nur sehr spät aufgeholt.
⚠️ Wichtig: Das Low Latency Profile wird über Microsofts Controlled Feature Rollout (CFR) schrittweise aktiviert. Zwei PCs mit identischem Build können das Feature unterschiedlich stark spüren – oder einer davon noch gar nicht. Das ist kein Fehler, sondern Microsofts kontrollierter Ausrollmechanismus.

Shared Audio ist das zweite große Highlight. Windows 11 kann jetzt einen einzigen Audio-Stream gleichzeitig an zwei Bluetooth-LE-Audio-Geräte senden. Praktisch: Sie und eine zweite Person hören denselben Film oder dieselbe Musik vom gleichen Laptop – beide kabellos, ohne Latenzunterschied.
Voraussetzung ist Bluetooth LE Audio – ein Standard, der erst seit 2022 in Geräten verbaut wird. Ältere Bluetooth-5.0-Kopfhörer ohne LE-Audio-Unterstützung profitieren nicht. Ein Blick in die Gerätespezifikationen lohnt sich also vor dem ersten Test.
KB5089573 installieren – Schritt für Schritt
Da es sich um ein optionales Preview-Update handelt, lädt Windows es nicht automatisch herunter. So geht die manuelle Installation:
- Einstellungen öffnen – Tastenkombination Windows + I
- Zu Windows Update navigieren
- Auf „Nach Updates suchen“ klicken
- Das Update erscheint als 2026-05 Preview Update (KB5089573) – auf „Herunterladen und installieren“ klicken
- Neustart durchführen

Bis hierhin sollte es auf den meisten Systemen problemlos laufen. Download-Größe für x64-Systeme: ca. 5,3 GB. Das klingt viel – liegt aber daran, dass Microsoft seit einiger Zeit KI-Modelle in Updates bündelt, auch für Hardware ohne NPU-Chip, wie Windows Latest analysiert hat.
Alternativ: Den Offline-Installer (.msu) direkt aus dem Microsoft Update Catalog herunterladen. Sinnvoll, wenn Sie mehrere Geräte aktualisieren oder Windows Update bei Ihnen nicht zuverlässig läuft.
Bekanntes Problem: Fehler 0x800f0922 und die EFI-Partition
Das ist der Teil, der in vielen deutschen Berichten zu kurz kommt. KB5089573 dokumentiert ein bekanntes Problem, das eigentlich das vorherige Sicherheitsupdate KB5089549 betrifft: Auf manchen Systemen schlägt die Installation mit dem Fehlercode 0x800f0922 fehl – bei etwa 35–36 % des Installationsfortschritts, gefolgt von einem automatischen Rollback.
Ursache: Die EFI-Systempartition (ESP) hat weniger als 10 MB freien Speicherplatz. Betroffen sind vor allem ältere OEM-Geräte aus den Jahren 2012–2020, bei denen die ESP ursprünglich nur 100–200 MB groß war und durch vorherige Updates auf der Grenze läuft. Sie können im Windows-Explorer keine freien Gigabytes sehen und trotzdem blockiert sein – weil die ESP eine versteckte Boot-Partition ist, die mit dem normalen Datenträgerspeicher nichts zu tun hat.
⚠️ Achtung: Das Problem betrifft den Vorgänger KB5089549, nicht KB5089573 selbst. KB5089573 benennt das Problem nur offiziell und liefert Workarounds. Wenn Sie KB5089549 noch nicht installiert haben, können Sie unabhängig von KB5089573 auf diesen Fehler stoßen.
Lösung 1 – Registry-Workaround (für Heimanwender)
Microsoft hat einen Registry-Fix veröffentlicht, der den Boot File Servicing ESP-Padding-Parameter auf null setzt und damit den blockierenden Speicherpuffer entfernt. Öffnen Sie eine administrative Eingabeaufforderung (Rechtsklick auf Start → „Terminal (Administrator)“) und führen Sie folgenden Befehl aus:
reg add "HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\OEMInformation" /v BootFileServicingPaddingOverride /t REG_DWORD /d 0 /f
Danach PC neu starten und das Update erneut versuchen.
Lösung 2 – Automatisches Rollback (Known Issue Rollback)
Auf nicht verwalteten Heim- und Kleinunternehmensgeräten greift Microsofts Known Issue Rollback automatisch – das System erkennt das Problem und macht die fehlerhafte Installation selbstständig rückgängig. Für Unternehmensgeräte mit Gruppenrichtlinienverwaltung ist das Rollback manuell über eine Gruppenrichtlinie auszulösen und erfordert anschließend einen Neustart.
Dauerhafte Lösung: ESP vergrößern oder Neuinstallation
Wer künftige Probleme vermeiden will: Bei einer Neuinstallation von Windows 11 lässt sich die EFI-Partition manuell auf 500 MB vergrößern – das ist nach aktuellem Stand zukunftssicher. Schon bestehende Partitionen lassen sich mit Tools wie DiskPart oder MiniTool Partition Wizard anpassen, was aber fortgeschrittene Kenntnisse erfordert und nur mit vorherigem Backup empfehlenswert ist.

Weitere Neuerungen im Überblick
Neben den Hauptfeatures enthält KB5089573 eine Reihe weiterer Verbesserungen:
| Bereich | Änderung |
|---|---|
| Windows Hello | Biometrische Anmeldung wird priorisiert, wenn Gesichtserkennung oder Fingerabdruckleser vorhanden |
| Windows Biometric Service | Verbesserte Performance nach Modern Standby – weniger unerwartete Authentifizierungsblockaden |
| Task-Manager | Verbessertes NPU-Tracking – zeigt die KI-Chip-Auslastung genauer an |
| Multi-Kamera | Mehrere Apps können gleichzeitig eine einzige Kamera verwenden (zuvor nur 1 App möglich) |
| Windows-Setup | Benutzerdefinierter Benutzerordner-Name wählbar während der Ersteinrichtung |
| Touchscreen-Gesten | Verbesserte Zuverlässigkeit bei Touch-Bedienung |
| Datei-Explorer | Stabilitätsverbesserungen |
| Secure Boot | Hinweis auf ablaufende Zertifikate ab Juni 2026 – Update-Empfehlung |
Besonders der Secure-Boot-Hinweis ist für ältere Geräte relevant. Laut Microsoft-Supportseite laufen die aktuell genutzten Secure-Boot-Zertifikate ab Juni 2026 aus. Wer seine Updates nicht aktuell hält, riskiert Bootprobleme. Die neuen Zertifikate werden seit Februar 2026 schrittweise via Windows Update verteilt – also kein Grund zur Panik, aber ein guter Anlass, Updates nicht auf die lange Bank zu schieben. Mehr dazu in unserem Artikel Windows 11 neue Funktionen 2026.
Soll ich KB5089573 jetzt installieren?
Meine Empfehlung nach dem Test: Ja – aber mit einem Vorbehalt. Heimanwender mit moderner Hardware (ab 2021) können ohne Zögern installieren. Das Update ist stabil, die Verbesserungen sind real spürbar, und das EFI-Partition-Problem tritt auf aktuellen Geräten praktisch nicht auf.
Wer älteres Hardware von 2012 bis ca. 2020 betreibt: Prüfen Sie zuerst, ob Sie KB5089549 bereits problemlos installiert haben. Falls ja, ist auch KB5089573 unbedenklich. Falls nein oder falls der Fehler 0x800f0922 bekannt ist – erst den Registry-Workaround anwenden, dann updaten.
Auf IT-verwalteten Unternehmensgeräten gilt wie immer: Preview-Updates werden erst nach interner Testphase auf die Flotte ausgerollt. KB5089573 wird sowieso in den Patch-Tuesday vom 9. Juni 2026 einfließen – wer warten kann, bekommt alles automatisch.
Zum Vergleich: Das Vorgänger-Update KB5089549 hat bei einigen Systemen Netzwerkprobleme verursacht – KB5089573 bringt hier keine expliziten Fixes, aber auch keine neuen gemeldeten Regressions-Berichte. Das spricht für solide Update-Qualität.
Fazit
Das Windows 11 Update KB5089573 ist mehr als ein gewöhnlicher Preview-Patch. Das Low Latency Profile ist ein überfälliger Schritt – andere Betriebssysteme optimieren Interaktivität auf diese Weise schon lange, Windows 11 zieht endlich nach. Shared Audio und Multi-Kamera-Support runden das Release sinnvoll ab.
Was mich nach dem Test am meisten überzeigt hat: Das Startmenü öffnet sich unter dem Low Latency Profile tatsächlich spürbar schneller. Kein Placebo-Effekt nach einer Neuinstallation, sondern ein echter Unterschied im direkten Vorher-Nachher-Vergleich auf demselben Build. Für ein Update, das „nur“ Performance verbessert, ist das bemerkenswert.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Windows 11 KB5089573?
KB5089573 ist das optionale Preview-Update vom 26. Mai 2026 für Windows 11 24H2 und 25H2. Es bringt die OS-Builds auf 26100.8524 (24H2) bzw. 26200.8524 (25H2) und enthält das Low Latency Profile für schnellere App-Starts, Shared Audio für zwei Bluetooth-Geräte sowie Multi-Kamera-Support.
Wie installiere ich KB5089573?
Öffnen Sie Einstellungen → Windows Update → Nach Updates suchen. Das Update erscheint als optionale Vorschau und muss manuell über „Herunterladen und installieren“ gestartet werden. Es installiert sich nicht automatisch.
Was bedeutet Fehler 0x800f0922 bei KB5089573?
Der Fehler 0x800f0922 tritt auf, wenn die EFI-Systempartition (ESP) weniger als 10 MB freien Speicherplatz hat. Betroffen sind vor allem ältere OEM-Geräte. Microsoft stellt einen Registry-Workaround bereit: reg add „HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\OEMInformation“ /v BootFileServicingPaddingOverride /t REG_DWORD /d 0 /f – danach neustarten und erneut versuchen.
Was ist das Low Latency Profile in Windows 11?
Das Low Latency Profile ist ein Betriebssystem-Mechanismus, der die CPU-Taktfrequenz für kurze Zeitfenster von 1–3 Sekunden erhöht, wenn der Nutzer interaktive Aktionen ausführt wie Startmenü öffnen, Suche starten oder Apps aufrufen. Damit fühlt sich Windows 11 reaktionsschneller an, ohne dauerhaft mehr Strom zu verbrauchen.
Wird KB5089573 automatisch installiert?
Nein. KB5089573 ist ein optionales Preview-Update und wird nicht automatisch eingespielt. Es erscheint in Windows Update nur dann, wenn Sie aktiv nach Updates suchen – und erfordert einen manuellen Klick auf „Herunterladen und installieren“. Die Änderungen fließen automatisch in den Patch Tuesday vom 9. Juni 2026 ein.
Getestet auf Windows 11 25H2, Build 26200.8524, Juni 2026. Autor: Vangelis, Gründer von windowspower.de, 25+ Jahre IT-Erfahrung.

