Wer seinen USB-Stick in mehrere Partitionen aufteilen möchte, hatte lange schlechte Karten – Windows hat das bei Wechseldatenträgern jahrelang schlicht blockiert. Das änderte sich erst mit Windows 10 Version 1703: Ab diesem Build unterstützt Windows mehrere Partitionen auf USB-Sticks offiziell. Seitdem arbeite ich selbst regelmäßig mit aufgeteilten Sticks – eine Partition für Systemdaten, eine für private Dateien. Das spart Aufräumzeit und verhindert Datenchaos.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen alle drei Methoden: die Windows-Datenträgerverwaltung, den leistungsstarken DiskPart-Befehl und den Weg über kostenlose Drittanbieter-Tools. Außerdem erkläre ich, welches Dateisystem (FAT32, exFAT oder NTFS) für welchen Anwendungsfall passt – denn das ist entscheidend, ob der Stick auch an anderen Geräten funktioniert.

Warum einen USB-Stick überhaupt partitionieren?

Eine Partition ist ein logisch abgetrennter Bereich auf einem Datenträger – das Betriebssystem behandelt ihn wie ein eigenes Laufwerk. Für einen USB-Stick mit mehreren Partitionen spricht einiges: Sie können eine Partition für Dateien im FAT32-Format anlegen (damit der Stick an Fernsehern oder Spielekonsolen funktioniert) und eine zweite mit NTFS für größere Dateien unter Windows. Laut einer Auswertung von Microsoft-Supportanfragen ist unstrukturierte Datenspeicherung auf USB-Sticks einer der häufigsten Gründe für versehentlich gelöschte Daten.

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Typische Anwendungsszenarien für mehrere Partitionen:

  • Trennung von privaten und geschäftlichen Daten auf einem Stick
  • Eine bootfähige Partition + eine Datenpartition auf demselben Laufwerk
  • Verschiedene Dateisysteme für maximale Gerätekompatibilität
  • Trennung von verschlüsselten und unverschlüsselten Bereichen

Wichtig vorab: Sichern Sie alle Daten auf dem Stick, bevor Sie mit der Partitionierung beginnen. Bei manchen Methoden wird der gesamte Inhalt gelöscht.

Welches Dateisystem ist das richtige für Ihren USB-Stick?

Das Dateisystem bestimmt, wie Daten auf einer Partition gespeichert und welche Geräte die Partition lesen können. Bevor Sie USB-Stick Partitionen erstellen, sollten Sie wissen, welches Format Sie brauchen.

DateisystemMax. DateigrößeKompatibilitätEmpfehlung
FAT324 GB pro DateiWindows, Mac, Linux, TV, KonsolenÄltere Geräte, kleine Dateien
exFAT16 TB pro DateiWindows, Mac, Linux (neuere Geräte)Moderne Geräte, große Dateien
NTFS16 TB pro DateiWindows (vollständig), Mac/Linux (nur lesen)Rein Windows-basierte Nutzung

Meine persönliche Empfehlung: exFAT ist für die meisten Anwender heute die beste Wahl. Keine Dateigrößenbeschränkung, funktioniert mit Windows und Mac und ist auf modernen Geräten breit unterstützt. NTFS macht nur dann Sinn, wenn Sie den Stick ausschließlich unter Windows nutzen und Rechte-Verwaltung oder Verschlüsselung benötigen.

Weiter geht es mit den drei konkreten Methoden – von der einfachsten bis zur fortgeschrittenen Variante.

Methode 1: USB-Stick aufteilen über die Datenträgerverwaltung (ohne Tool)

Die Windows-Datenträgerverwaltung ist die einfachste Methode, einen USB-Stick in mehrere Partitionen aufzuteilen – ganz ohne zusätzliche Software. Sie ist in Windows 10 und Windows 11 identisch zu bedienen und für Einsteiger ideal.

⚠️ Voraussetzung: Der USB-Stick muss im NTFS-Format vorliegen. Ist er in FAT32 oder exFAT formatiert, müssen Sie ihn zuerst in NTFS konvertieren oder neu formatieren. Die Datenträgerverwaltung erlaubt das „Volumen verkleinern“ nur bei NTFS-Partitionen.

Bei unserer Anleitung verwenden wir eine 8 GB großen USB-Stick.

usb stick partition

1. Verbinden Sie den USB-Stick mit dem Computer.

2. Starten Sie die Datenträgerverwaltung. Sie machen einen Rechtsklick auf den Windows Button und wählen „Datenträgerverwaltung“ aus.

3. Sie können auch die Tastenkombination Windows + X benutzen und dort „Datenträgerverwaltung“ auswählen.
4. Machen Sie einen Rechtsklick auf den USB-Stick und wählen Sie „Volumen verkleinern…

5. Im geöffneten Fenster klicken Sie auf „Verkleinern“.

speicherstick verkleinern


6. Klicken Sie jetzt mit der rechten Maustaste auf die erstellte Partition (nicht zugeordnet) und wählen Sie „Neues Volumen“. Folgen Sie den Anweisungen.

partition

Nun ist der USB-Stick in mehrere Partitionen aufgeteilt.

USB-Stick in mehrere Partitionen aufteilen:

Der USB-Stick ist jetzt in zwei Partitionen aufgeteilt und wird im Windows-Explorer als zwei separate Laufwerke angezeigt. Kurz gesagt: Für die meisten Nutzer ist das die schnellste und sicherste Methode.

Methode 2: USB-Stick mit mehreren Partitionen per DiskPart (Eingabeaufforderung)

DiskPart ist das Kommandozeilen-Werkzeug von Windows für die Festplattenverwaltung. Es bietet mehr Kontrolle als die grafische Datenträgerverwaltung – besonders wenn Sie den Stick komplett neu aufsetzen oder mehrere Partitionen mit präzisen Größen anlegen möchten. Ich nutze DiskPart, wenn ich einen Stick komplett von Grund auf partitionieren will, weil ich dann genau weiß, was passiert.

⚠️ Achtung: Der Befehl clean löscht alle Daten auf dem gewählten Datenträger unwiderruflich. Wählen Sie die Disk-Nummer sorgfältig aus – ein falscher Befehl auf dem falschen Laufwerk kann Systemdaten vernichten.

  1. Drücken Sie Windows + R, geben Sie diskpart ein und bestätigen Sie mit Enter. Bestätigen Sie die UAC-Abfrage mit „Ja“.
  2. Geben Sie list disk ein, um alle Laufwerke aufzulisten. Notieren Sie die Nummer Ihres USB-Sticks (erkennbar an der Größe).
  3. Wählen Sie den Stick mit select disk X aus (X = Ihre Disk-Nummer).
  4. Geben Sie clean ein – dies löscht alle Partitionen und Daten auf dem Stick.
  5. Erstellen Sie die erste Partition: create partition primary size=4000 (4.000 MB = ca. 4 GB)
  6. Formatieren und benennen Sie die erste Partition: format quick fs=exfat label="Daten"
  7. Weisen Sie einen Laufwerksbuchstaben zu: assign letter=E
  8. Erstellen Sie die zweite Partition aus dem Restspeicher: create partition primary (ohne Größenangabe = kompletter Restspeicher)
  9. Formatieren Sie auch diese Partition: format quick fs=ntfs label="Backup"
  10. Laufwerksbuchstaben zuweisen: assign letter=F
  11. Verlassen Sie DiskPart: exit

Der komplette DiskPart-Befehlsblock für einen 32-GB-Stick mit zwei gleich großen Partitionen sieht dann so aus:

diskpart
list disk
select disk 1
clean
create partition primary size=16000
format quick fs=exfat label="Partition1"
assign letter=E
create partition primary
format quick fs=ntfs label="Partition2"
assign letter=F
exit

Ein echter Vorteil von DiskPart: Sie können damit auch GPT-Partitionsstil setzen (Befehl: convert gpt), was für Sticks mit mehr als 2 TB Speicher notwendig wäre. Im nächsten Abschnitt zeige ich Ihnen die dritte Methode für alle, denen Kommandozeilen unangenehm sind.

Methode 3: USB-Stick partitionieren mit kostenloser Software

Wer lieber mit einer grafischen Oberfläche arbeitet und mehr Flexibilität als die Windows-Bordmittel möchte, greift zu einem kostenlosen Partitionsprogramm. Die drei bekanntesten Tools für Windows sind:

  • MiniTool Partition Wizard Free – Mein persönlicher Favorit für einfache Partitionierung ohne Risiko. Intuitiv, in Deutsch verfügbar, unterstützt FAT32-Partitionen über 32 GB (was die Windows-Bordmittel nicht können).
  • AOMEI Partition Assistant Standard – Ebenfalls kostenlos, etwas mehr Funktionen im kostenpflichtigen Bereich, solide Basisversion.
  • EaseUS Partition Master Free – Bekannte Software, Gratis-Version für Heimanwender ausreichend, gute Bedienoberfläche.

Der große Vorteil dieser Tools: Sie können FAT32-Partitionen größer als 32 GB erstellen – was weder die Datenträgerverwaltung noch DiskPart von Haus aus ermöglicht. Das ist praktisch für Sticks, die Sie an Smart-TVs oder Spielekonsolen verwenden möchten, die ausschließlich FAT32 lesen.

Was hat sich 2025/2026 beim USB-Stick Partitionieren geändert?

Mit Windows 11 24H2 (erschienen Oktober 2024) hat Microsoft das Verhalten der Datenträgerverwaltung leicht angepasst: Der Dialog „Volumen verkleinern“ zeigt jetzt direkt den maximal verfügbaren Speicher an, ohne dass Sie manuell rechnen müssen. Außerdem unterstützt Windows 11 seit Version 22H2 das ReFS-Dateisystem für externe Laufwerke stabiler als zuvor – für USB-Sticks im Alltag aber weiterhin nicht empfehlenswert.

Stand: April 2026, getestet unter Windows 11 25H2 und Windows 10 22H2.

Häufige Probleme beim USB-Stick Partitionieren – und wie Sie sie lösen

In der Praxis tauchen beim USB-Stick aufteilen immer wieder dieselben Probleme auf. Hier die häufigsten Fehlerquellen und ihre Lösung:

„Volumen verkleinern“ ist ausgegraut: Das passiert, wenn der Stick nicht in NTFS formatiert ist. Formatieren Sie ihn zunächst über die Datenträgerverwaltung oder den Explorer in NTFS um (Rechtsklick → Formatieren → NTFS). Achtung: Dabei werden alle Daten gelöscht.

Zweite Partition wird im Explorer nicht angezeigt: Die Partition existiert, hat aber keinen Laufwerksbuchstaben. Öffnen Sie die Datenträgerverwaltung, rechtsklicken Sie auf die Partition ohne Buchstaben und wählen Sie „Laufwerkbuchstaben und -pfade ändern“ → „Hinzufügen“.

DiskPart zeigt Fehlermeldung „Virtueller Datenträger Dienst Fehler“: Schließen Sie alle Programme, die auf den Stick zugreifen (Explorer-Fenster, Antivirusprogramme), und starten Sie DiskPart erneut als Administrator.

USB-Stick wird nach Partitionierung nicht mehr erkannt: Das kann an einem inkompatiblen Dateisystem für das angeschlossene Gerät liegen. Für maximale Gerätekompatibilität – z. B. an Smart-TVs – sollte mindestens eine Partition in FAT32 oder exFAT formatiert sein.

Häufig gestellte Fragen zu USB-Stick in mehrere Partitionen aufteilen

Kann ich einen USB-Stick unter Windows 11 in mehrere Partitionen aufteilen?

Ja, Windows 11 unterstützt mehrere Partitionen auf USB-Sticks seit Version 1703 vollständig. Sie können die Datenträgerverwaltung oder DiskPart verwenden, um den Stick in zwei oder mehr Partitionen aufzuteilen. Der Stick muss dazu im NTFS-Format vorliegen, wenn Sie die Datenträgerverwaltung nutzen möchten.

Welches Dateisystem sollte ich für USB-Stick Partitionen wählen?

Für maximale Kompatibilität empfehle ich exFAT: Es unterstützt Dateien über 4 GB, funktioniert mit Windows, Mac und den meisten modernen Geräten. FAT32 eignet sich für ältere Geräte wie Smart-TVs oder Spielekonsolen, hat aber eine 4-GB-Dateigrößenbeschränkung. NTFS sollten Sie nur wählen, wenn Sie den Stick ausschließlich unter Windows nutzen.

Werden beim Partitionieren des USB-Sticks alle Daten gelöscht?

Das hängt von der Methode ab. Bei der Datenträgerverwaltung über „Volumen verkleinern“ bleiben die Daten auf der bestehenden Partition erhalten. Beim DiskPart-Befehl „clean“ werden jedoch alle Daten auf dem Stick unwiderruflich gelöscht. Sichern Sie wichtige Daten immer vor der Partitionierung.

Warum ist „Volumen verkleinern“ in der Datenträgerverwaltung ausgegraut?

Der Button ist ausgegraut, wenn der USB-Stick nicht in NTFS formatiert ist. Formatieren Sie den Stick zunächst in NTFS um (Rechtsklick im Explorer → Formatieren → NTFS). Alternativ nutzen Sie DiskPart oder ein kostenloses Tool wie MiniTool Partition Wizard, das auch bei FAT32- und exFAT-Sticks funktioniert.

Kann ich einen USB-Stick mit mehreren Partitionen wieder in eine Partition zusammenführen?

Ja. Öffnen Sie die Datenträgerverwaltung, löschen Sie eine der Partitionen (Rechtsklick → „Volumen löschen“ – Achtung: Datenverlust!), und erweitern Sie anschließend die verbleibende Partition über „Volumen erweitern“ auf den nicht zugeordneten Speicher. Alternativ formatieren Sie den Stick über DiskPart mit „clean“ komplett neu.

Fazit

Einen USB-Stick in mehrere Partitionen aufzuteilen, ist mit Windows 10 und Windows 11 in wenigen Minuten erledigt – ganz ohne externe Software. Die Datenträgerverwaltung ist der einfachste Weg für Einsteiger. Wer mehr Kontrolle will oder den Stick komplett neu einrichten möchte, greift zu DiskPart. Und wer FAT32-Partitionen über 32 GB benötigt oder eine komfortablere Oberfläche bevorzugt, holt sich ein kostenloses Tool wie MiniTool Partition Wizard.

Mein Tipp aus der Praxis: Notieren Sie sich die Disk-Nummer Ihres Sticks in DiskPart immer zweimal, bevor Sie den clean-Befehl eingeben – das erspart Ihnen unangenehme Überraschungen. Schreiben Sie Ihre Erfahrungen in die Kommentare – oder stellen Sie Ihre Frage direkt: Ich antworte persönlich.

Zuletzt aktualisiert: April 2026 | Autor: Vangelis | 25+ Jahre IT-Erfahrung | Gründer von windowspower.de seit 2013

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Ich bin Vangelis, Windows-Experte und Gründer von WindowsPower.de. Seit 2013 hilft er über 500.000 Nutzern bei Windows-Problemen mit 25+ Jahren IT-Erfahrung. Stetig arbeiten wir daran, Lösungsvorschläge für alle möglichen Windows-Probleme zu bieten.