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LTE als DSL-Ersatz: Wie steht es 2016 um Breitband für alle?

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Schnelles Internet ist heute für viele Deutsche eine Selbstverständlichkeit. Lebt man im städtischen Raum, werden mit einem entsprechenden Vertrag selbst in 4K-Auflösung gesicherte Filme problemlos übertragen. Fakt ist allerdings auch, dass selbst am Hochtechnologiestandort Deutschland im Jahr 2016 nicht jeder über einen Breitband-Internetanschluss verfügen kann. Als Lösung wurde zu Beginn des Jahrzehnts LTE angepriesen. Wir haben uns angesehen, ob der schnelle Funkstandard diese Aufgabe sechs Jahre nach dem Start tatsächlich erfüllen kann.

Bandbreiten bis 300 MBit/s mit LTE Advanced

Technisch ist dies in der Theorie kein Problem. Schon in den LTE-Netzen der ersten Generation wurden je nach Frequenz Datenübertragungsraten zwischen 50 und 100 MBit/s erreicht. Diese Bandbreite müssen sich zwar alle aktiven Anschlüsse in einer Funkzelle teilen, selbst zu Stoßzeiten ließen sich so aber mehrere Dutzend Haushalte mit einer ausreichend schnellen Internetverbindung versorgen, um von einem Breitbandanschluss zu sprechen. Mittlerweile setzen die deutschen Netzbetreiber verstärkt auf LTE Cat. 6, das zum LTE-Advanced-Standard gehört, und deutlich höhere Durchleitungsgeschwindigkeiten erlaubt. Verbindungen mit bis zu 300 MBit/s im Download sind dadurch kein Problem mehr, sodass ein klassischer DSL-Anschluss immer besser über Funk ersetzt werden kann.

Dennoch dürfte sich die Begeisterung der vorwiegend auf dem Land beheimateten Nutzer anfangs in Grenzen gehalten haben. Neben Geschwindigkeitsschwankungen, die mit der unterschiedlichen starken Netzauslastung zusammenhingen, war es die in den LTE-Tarifen festgeschriebene Drosselung der Verbindungsgeschwindigkeit nach Erreichen einer Volumengrenze, die den Einsatz von LTE-Verbindungen als vollwertigen Internetanschluss erschwerte. Für die Praxis ausreichend große Datenkontingente gab es gerade am Anfang nur zu vergleichsweise hohen Preisen jenseits der 50-Euro-Marke.

Reine LTE-Tarife nur bei Vodafone

Wie nach der Einführung neuer Technologien üblich haben sich die Preise in den vergangenen Jahren auf einem niedrigeren Niveau eingependelt. Allerdings ist auch das Angebot kleiner geworden. Mischte anfangs noch Telefonica Deutschland (o2) am Markt der Funk-Internetanschlüsse für den Hausgebrauch mit, bietet heute nur Vodafone reine LTE-Tarife an. Diese sind zwar noch immer teurer als ein vergleichbarer kabelgebundener Anschluss, können zumindest aber für Durchschnittsnutzer als Alternative gelten. So kombiniert beispielsweise der aktuelle Tarif LTE Zuhause L eine Telefon- mit einer Internetflatrate, die ab einem verbrauchten Volumen von 30 GB gedrosselt wird und maximale Downloadraten von 50 MBit/s bietet. Wer nicht gerade den Download der neusten Spiele und die Nutzung von Streaming-Portalen zum Zentrum der eigenen Internetnutzung macht, kann so den gesamten Monat mit hoher Geschwindigkeit surfen. Bei einem monatlichen Normalpreis von 54,99 Euro haben LTE-Nutzer dennoch das Nachsehen. “Im Rahmen besonderer Aktionen können Kunden nicht nur bei Mobilfunk-Verträgen sondern auch bei DSL und LTE Tarifen mit stark vergünstigten Konditionen rechnen“ so die Experten von FLAT.DE, die regelmäßig die aktuellen Tarife im Auge behalten. Positiv sei zudem, dass das 4G-Netz von Vodafone mittlerweile über 80 Prozent des Bundesgebiets abdeckt, sodass tatsächlich nahezu alle Haushalte über LTE mit Internet versorgt werden können, berichten die Experten von FLAT.DE freudig weiter.

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Bei der Telekom, dem zweiten großen LTE-Internetanbieter in Deutschland, setzt man mittlerweile auf eine andere Strategie. Zwar ist der 4G-Funk nicht vollständig als DSL-Ersatz gestrichen worden, als alleinige Lösung ist er jedoch nicht mehr zu haben. Stattdessen bietet das Bonner Unternehmen Hybrid-Tarife mit entsprechender Hardware an, die einen klassischen Anschluss mit LTE verbinden. Diese Kombination soll hohe Geschwindigkeiten ermöglichen, gleichzeitig aber die Auslastung des Funknetzes in Grenzen halten. Angeboten werden diese Tarife unter dem Namen Magenta Zuhause Hybrid. Für die Kunden bringt dies sowohl beim Preis als auch bei der Nutzung Vorteile. Dazu gehört, dass die Telekom auf die Drosselung der Hybrid-Anschlüsse verzichtet. Nachteilig ist hingegen, dass man dieses Modell nicht überall nutzen kann. Grundvoraussetzung ist ein IP-fähiger Telefonanschluss, über den Datenübertragungsraten von mindestens 384 kBit/s möglich sind. Ist dies gewährleistet, kann das neue Konzept jedoch tatsächlich als vollwertiger DSL-Ersatz angesehen werden.

Investitionen in Glasfasertechnik werden vernachlässigt

Insgesamt dürften die Hoffnungen derjenigen, die in den sogenannten weißen Flecken – also unterversorgten Regionen – heimisch sind, nicht vollends erfüllt sein. LTE-Internet ist zwar längst nicht mehr so teuer und kann heute passable Geschwindigkeiten und Volumenpakete bieten, mit einem vollwertigen DSL-Ersatz kann derzeit aber nur die Telekom aufwarten. Allerdings bleibt auch die an sich begrüßenswerte Hybrid-Idee nicht frei von Kritik. Zum einen schließen die Voraussetzungen für den Anschluss einige Kunden aus, zum anderen sehen Experten darin den Versuch, das Auslaufmodell Kupferkabel länger am Leben zu erhalten. Nach ihrer Ansicht wäre die Telekom besser mit Investitionen in die Glasfaserinfrastruktur beraten, bei der Deutschland im internationalen Vergleich noch immer schlecht aufgestellt ist.

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Über den Autor Vangelis

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